Die 7 seltsamsten Steuern Hexensteuer
Eine der 7 seltsamsten Steuern ist die Hexensteuer. Zu Halloween könnte sie auch außerhalb Rumäniens viele Hexen betreffen.

Die 7 seltsamsten Steuern der Steuergeschichte

Herrscher und Regierungen haben sich über die Jahrhunderte ganz unterschiedliche Formen der Besteuerung einfallen lassen. Wir haben die 7 seltsamsten Steuern der Steuergeschichte zusammengetragen.

1. Geld stinkt nicht – die Urinsteuer

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Beginnen wir mit einer Steuer, die durch einen Ausspruch ihres Urhebers bekannt wurde. Der römische Kaiser Vespasian brauchte Geld für seine Truppen. Schließlich hatten ihm seine Soldaten überhaupt erst die Krone ermöglicht. Im Rahmen einer Steuerreform erhöhte er Abgaben und führte neue Steuern ein. Darunter war eine auf die Nutzung der öffentlichen Toiletten. Vespasians Sohn Titus soll sich angeblich dagegen ausgesprochen haben, woraufhin der Kaiser antwortete: „Geld stinkt nicht.“

2. Steuerliche Haarspalterei – die Perückensteuer

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Auch der erste preußische König hatte den Einfall zu einer der seltsamsten Steuern der Steuergeschichte. Friedrich I. hatte sich selbst zum König gekrönt, jedoch die Ausgaben, die zu einem passenden Hofstaat gehören, deutlich unterschätzt. Zudem grassierte Ende des 17. Jahrhunderts die Korruption in seiner Verwaltung. Da verfiel man im alten Preußen auf die Idee, die neue Mode zu besteuern: das Tragen von Perücken. Drei Taler wurden dafür fällig. Ein Perückeninspektor und seine Gehilfen überprüften, ob die Steuer auch gezahlt wurde. Perückenträger hatten einen entsprechenden Stempel an ihrem künstlichen Haarschopf vorzuweisen.

3. Barbier von Moskau: die Bartsteuer

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Wer zur gleichen Zeit im Russischen Zarenreich lebte, musste für andere Haare eine Besteuerung fürchten. Zar Peter I. ließ eine Bartsteuer erheben. Ziel war dabei weniger, Geld in die Staatskasse zu spülen, als vielmehr die Mode an die westlicher Höfe anzugleichen. Peter der Große ging dafür selbst mit gutem Beispiel voran und verzichtete auf einen traditionellen Vollbart.

4. Statt Kindergeld – die Jungfernsteuer

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Vor knapp 30 Jahren löste Madonna mit ihrem Lied „Like a Virgin“ eine Kontroverse aus. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt unverheiratet war, hätte sie niemand als „Jungfer“ tituliert und Steuern wegen ihrer Kinderlosigkeit erhoben. Doch im Preußen Friedrichs I. wurden nicht nur Perückenträger besteuert, sondern auch unverheiratete Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Sie sollten mithilfe der Steuer dazu gebracht werden, zu heiraten und Kinder zu bekommen.

5. Tot oder lebendig – die Spatzensteuer

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Im 18. Jahrhundert machte Baden-Württemberg (BW) den Preußen Konkurrenz bei seltsamen Steuern. Im süddeutschen Staat, aber auch im Kurfürstentum Hannover, gab es jahrelang eine sogenannte Spatzensteuer. Sie sollte helfen, die Zahl der Sperlinge zu verringern, die zu viel vom Saatgut auf den Feldern fraßen. Der Steuer entgehen konnte nur, wer eine bestimmte Zahl an Vögeln tot (Hannover) oder lebendig (BW) ablieferte.

6. Doppelt anerkannt – die Hexensteuer

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Doch auch die Zeitgeschichte liefert Material für die 7 seltsamsten Steuern der Steuergeschichte. So sind in Rumänien seit 2011 Hexen dazu verpflichtet, ihre Dienstleistungen zu versteuern. Man kann es einen staatlichen Racheakt oder einfach nur konsequent nennen. Denn wenige Jahre zuvor hatte eine Hexe erfolgreich vor Gericht geklagt, um ihre Berufsbezeichnung anerkennen zu lassen.

7. Luxustransporter – die Leichenwagensteuer

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Auch die griechische Regierung griff zu vielen Mitteln, um in der Schuldenkrise die Steuereinnahmen zu erhöhen. Seit 2012 stufen die Behörden Leichenwagen nicht mehr als Nutzfahrzeuge ein, sondern setzen sie Luxusautos gleich. Und für diese gilt ein sechsfach höherer Steuersatz. Es dürfte nicht die letzte seltsame Steuer der Steuergeschichte bleiben.