Abschlussprüfung Ausbildung zum Steuerfachangestellten
Zur Abschlussprüfung der Ausbildung zum Steuerfachangestellten zählen drei Klausuren und eine mündliche Prüfung.

Die Abschlussprüfung – jetzt gilt’s

Ob du deine Ausbildung zum Steuerfachangestellten nun über volle drei Jahre oder verkürzt absolvierst – am Ende steht die Abschlussprüfung. Sie gibt dir Gelegenheit zu zeigen, was du gelernt hast. Als Belohnung winkt der Steuerfachangestelltenbrief als Eintrittskarte in das Berufsleben.

Wann die Abschlussprüfung erfolgt

Anders als der Name vermuten lässt, ist die Prüfung nicht auf das Ende der Ausbildung gelegt, auch wenn sie den Abschluss bildet. Die Abschlussprüfung erfolgt bereits nach der Hälfte des letzten Ausbildungs-Halbjahres. Es handelt sich auch nicht um eine einzige Prüfung. Drei schriftliche Klausuren und eine mündliche Prüfung erwarten dich insgesamt.

Worin du geprüft wirst

Die schriftlichen Prüfungen umfassen die Lerngebiete Steuerwesen, Rechnungswesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Sie basieren auf dem Stoff, den du in der Berufsschule gelehrt bekommen hast. Die mündliche Prüfung ist hingegen darauf ausgerichtet, dass du zeigen kannst, was du in der Steuerkanzlei praktisch gelernt und angewendet hast.

Wie die Prüfungen ablaufen

Am umfangreichsten ist die Klausur im Fach Steuerwesen. Sie dauert daher auch 150 Minuten. Anhand praxisorientierter Fälle sollst du zeigen, dass du wirtschafts- und steuerrechtliche Zusammenhänge verstehst. Dabei geht es um Besteuerungsverfahren und häufig angewandte Steuern, wie zum Beispiel Einkommens-, Ertrags- und Umsatzsteuer.

Deine Kenntnisse in der Buchführung und der Erstellung eines Jahresabschlusses weist du in Rechnungswesen nach. Für die Aufgaben dieser Klausur bekommst du 120 Minuten Zeit.

Die Prüfung in Wirtschafts- und Sozialkunde dauert hingegen nur 90 Minuten. Hier geht es um die großen Zusammenhänge der Arbeitswelt. Bereite dich auf rechtliche Fragen vor, etwa aus dem Arbeitsrecht, dem Schuldrecht und dem Gesellschaftsrecht.

Zum Abschluss: Das Prüfungsgespräch

Wenn du schon in der Schule im Mündlichen besser warst als im Schriftlichen, kommt dir die vierte Prüfung entgegen. Sie erfolgt im Fach Mandantenorientierte Sachbearbeitung. Du erhältst Gelegenheit zu zeigen, wie gut du mit berufspraktischen Vorgängen und Problemstellungen umgehen kannst. Die Fragen im 30-minütigen Prüfungsgespräch können dabei aus mehreren Gebieten kommen: Allgemeines Steuer- und Wirtschaftsrecht, Einzelsteuerrecht, Buchführungs- und Bilanzierungsgrundsätze sowie Rechnungslegung.

Wie du dich vorbereitest

Die in der Abschlussprüfung erreichten Noten erscheinen in deinem Steuerfachangestelltenbrief. Du bist daher besser auf den Punkt vorbereitet. Am besten ist es, wenn du schon während deiner Ausbildung am Ball bleibst. Das gilt sowohl für die Zeit in der Kanzlei als auch in der Berufsschule. Zudem sollte dir die Zwischenprüfung gezeigt haben, wo du Defizite hast.

Es empfiehlt sich, rechtzeitig mit der Wiederholung des Stoffs zu beginnen, also ein paar Monate vor den Prüfungen. Sprich mit dem Ausbilder in deinem Betrieb und frag auch ruhig die Kollegen um Rat. Wenn du besser in der Gruppe lernst, such dir Mitstreiter zum Lernen oder überleg, ob du einen Prüfungsvorbereitungskurs besuchst. Auf den Internetseiten der Steuerberaterkammern kannst du dir zudem die Klausuren der Vorjahre herunterladen.

Die Anstrengung lohnt sich. Das merkst du spätestens, wenn du die Ergebnisse mitgeteilt bekommst. Als Anerkennung für die gute Leistung laden die Landessteuerberaterkammern zu Freisprechungsfeiern. Hier bekommst du deinen Steuerfachangestelltenbrief und dein Prüfungszeugnis persönlich überreicht – ein feierlicher Abschluss für einen wichtigen Abschnitt in deinem Leben.